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Fokus - Ablenkung vermeiden will gelernt sein

Seid mutig!

"Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?"
(Vincent van Gogh)

Diese Frage stellt sich uns in etlichen Situationen, die ein Voraus- oder Umdenken erfordern, etwa bei einer Transition von „Wasserfalldenken" hin zu agilen Prozessen. Solch ein Wandel erfordert ein Mitdenken, die Übernahme von Verantwortung und stößt zugleich einen kontinuierlichen Lernprozess an. Scrum stützt sich hierbei auf drei Säulen und den "Lean-Gedanken" als Fundament. Somit schaffen Inspektion, Adaption und Transparenz die Basis und die fünf Scrum-Werte Selbstverpflichtung, Offenheit, Mut, Fokus und Respekt verstärken diese.

Das Rahmenwerk steht im Vordergrund und wird in die bestehende Organisation integriert. Damit unterliegt es oftmals auch kulturellen Rahmenbedingungen, die agile Werte und Prinzipien ersticken. Sie werden größtenteils in den Scrum-Teams gelebt, geschärft oder zumindest sichtbar gemacht. Angrenzenden Abteilungen, Stakeholdern oder dem Management sind diese "weichen Faktoren" oftmals gar nicht bekannt. Während der agilen Transformation erfordert es Mut, die Hindernisse, Denkmuster und Erwartungshaltungen zu hinterfragen und neue, innovative Wege zu gehen. Gerade dann, wenn wir in unbeständigen Märkten agieren und komplexe Produkte entwickeln wollen bzw. dem Kunden gerecht werden müssen.

Scrum Master müssen mutig sein

Dazu gehört gerade als Scrum Master eine gehörige Portion Mut. Durch offene, ehrliche Kommunikation ist es möglich, dem Kunden aufzuzeigen, welche Meinung wir vertreten, ohne dabei jemandem auf den Schlips zu treten. Auch hinsichtlich der Umstellung zum DevOps Konstrukt wird diese Verschmelzung des Dienstleister-Kunden-Gefüges vermutlich dem gesamten Scrum-Team einiges an Mut abverlangen. Die Entwickler werden „gezwungen", selbst zu handeln und zu denken und ihre Entscheidungen auch zu verteidigen.
Kennen Sie das? Wie wird das mit dem Mut in Ihren Projekten gehandhabt? Können Sie sich durchsetzen? Oder ist der Kunde ausnahmslos König?

Nicht nur im Kundenverhältnis, sondern auch innerhalb eines Teams muss offen kommuniziert und bisweilen diskutiert werden. So kann es Mut erfordern, seine Meinung durchzusetzen – ganz besonders, wenn das Team cross-funktional und „wild" durchgemischt ist. Es ist außerdem möglich, dass sich einzelne bzw. mehrere Teammitglieder nicht sonderlich gut verstehen oder ernsthafte Streitpotenziale aufweisen.

In diesen Situationen sollte es nicht ausschließlich der Scrum Master verstehen, mutig auf andere Menschen zuzugehen und Dinge anzusprechen, auch die Teammitglieder selbst sollten sich diese Eigenschaft antrainieren. Mut gedeiht, wo die Arbeit im Team von Offenheit und Respekt geprägt ist. Es geht um den Mut, die Wahrheit zu sagen, Fehler zu riskieren und auch unbequeme Wege zu gehen.

Unannehmlichkeiten aushalten

Wie wir nun erneut in der Agilen Community im August festgestellt haben, steht eine gute Zusammenarbeit im Team in direkter Relation zu einer guten Performance im Projekt. Unangenehme Gespräche zu führen und konstruktive Kritik an Kollegen oder der Organisation zu üben, gehört genauso dazu. Außerdem ist darauf zu achten, dass der Mut nicht in seine negative Seite ausschlägt und in Übermut und Selbstüberschätzung ausartet. Der Scrum Master kümmert sich dabei um die nötige Balance.

Auch der Mut, in entsprechenden Situationen "Nein" zu sagen, muss aktiv gefordert und gefördert werden. Das bedeutet allerdings auch, dass Hierarchien abgeflacht und die Feedback-Kultur gefördert wird.

Was meinen Sie zu dem Thema? Kann Ihnen Mut helfen, sowohl innerhalb als auch außerhalb Ihrer Organisation mit aufkommenden Veränderungen zurecht zu kommen?
Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Erfahrungen.

Kontakt

Michael Henninger

Michael Henninger

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