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UX Design - Was wir von einer Banane lernen können

Fokus - Ablenkung vermeiden will gelernt sein Bild von Ryan McGuire auf Pixabay

Gutes UX-Design – was wir von einer Banane lernen können

Heute möchten wir euch eine kleine Einführung in das Thema UX-Design geben. Warum die Banane dabei eine zentrale Rolle spielt, erfahrt ihr hier.

User Experience Design (kurz: UX Design) bezeichnet den Prozess der Entwicklung von Produkten, die dem Anwender das bestmögliche Erlebnis liefern. Ziel ist es, die Anwenderzufriedenheit mit dem Produkt zu erhöhen, indem Usability, Zugänglichkeit und Anwendungsfreude optimiert werden. Der Begriff „User Experience“ kommt meist im Zusammenhang mit der Gestaltung von Websites oder Apps zur Anwendung, umfasst jedoch jegliche Art der Produktinteraktion, also unter anderem auch die nicht-digitale, physische Nutzung – wie z. B. das Auspacken eines neuen Smartphones aus der Verpackung.

Ziele der UX

Eine gute User Experience zielt darauf ab, das Produkt gebrauchstauglich und benutzerfreundlich, zu gestalten. Dabei geht es nicht nur um das reine Produkt, sondern um den gesamten Prozess drum herum. Der Service ist das Produkt. Und dieser nutz- und erlebbare Service soll Menschen von Anfang bis Ende mit einer verlässlichen und intuitiven Nutzung überzeugen.

Dieses überzeugende – und im Idealfall begeisternde – Nutzererlebnis ist Aufgabe und Ziel von UX-Designern. Mit dem Nutzer im Fokus gestalten sie in enger Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen Produkte, die Menschen helfen, ihre Aufgaben zu erfüllen und/oder in ihrer Nutzung einfach Spaß machen.

User Experience Design ist dabei weit mehr als das bloße Gestalten von Oberflächen oder eines Services. Es geht darum, künftigen Kunden mit dem Produkt oder Onlineservice vor, während und nach der Nutzung zu begleiten und ein möglichst einfaches Erlebnis zu geben. Denn eine negative Kunden- oder User-Erfahrung an beliebiger Stelle des Customer Lifecycles führt u. U. zum Verlust des Vertrauens in das Produkt und zu einer schlechten Reputation des Unternehmens.

Den Nutzer verstehen

Das Wichtigste beim UX Design ist, zu verstehen, was der Nutzer braucht, welche Wünsche er hat, welche Bedürfnisse. Um das herauszufinden gilt es, den Nutzer zu beobachten oder zu befragen. Auf Basis dieser Erkenntnisse lässt sich das Ganze zu Personas verdichten, die im weiteren Design- und Entwicklungsprozess die potenziellen Nutzer repräsentieren.

Mit diesen Personas lassen sich dann schnell und iterativ verschiedene Szenarien durchspielen, es können Prototypen entstehen, die dann getestet werden und die so gewonnenen Erkenntnisse fließen in die nächste Phase mit ein. Ein Vorgehen, wie es auch im Design Thinking praktiziert wird.

Insgesamt zeigt sich also, eine gute UX gelingt, wenn agile Werte gelebt werden, denn der Kundennutzen steht im Mittelpunkt, die Arbeiten sind multidisziplinär und iterativ. Zur Umsetzung von Anforderungen insbesondere im agilen Umfeld empfehlen wir User Stories. Was die mit UX zu tun haben? User Stories sind – wie der Name schon sagt – Anforderungen aus Nutzersicht ("Nutzergeschichten"). Der Nutzer weiß nicht, WIE eine Software oder ein Produkt geschaffen werden muss, damit es nutzerfreundlich ist. WAS er möchte, weiß er hingegen schon oder man kann es, wie bereits erwähnt, durch Beobachtungen und Interviews in Erfahrung bringen. Wie die Anforderungen des Nutzers umgesetzt werden, obliegt dem Entwickler und lässt damit viel Spielraum für UX-Design.

Erfahrungen bei Sulzer

Auch in unseren Projekten werden wir regelmäßig mit den Fragen der User Experience konfrontiert. Zum Beispiel stellten sich Kollegen unserer Niederlassung in Magdeburg für ein VW-Projekt die Frage, ob und wie die von uns programmierte Anwendung in ihrem gesamten Umfang vom Anwender genutzt wird. Sie wollten in Erfahrung bringen, wie relevant einzelne Features sind.

Dafür haben sie die Anwender beobachtet, befragt und interviewt. Die Ergebnisse kollidierten tatsächlich teilweise mit den „Erkenntnissen“ der vom Kunden bereitgestellten Product Owner. Denn die Nutzererfahrung war nicht so, wie gewünscht. Die Kunst besteht nun darin, diplomatisch unsere Erkenntnisse in die weitere Entwicklung einfließen zu lassen und unseren Auftraggeber für die Bedürfnisse der Anwender zu sensibilisieren.

Sulzer selbst hat bereits ein Kompetenzfeld zum Thema UX gegründet. Oliver Hahn ist hier federführend und treibt den Aufbau voran.

Und was war jetzt mit der Banane?

Eine Banane hat eine annähernd perfekte UX. An der Farbe erkennt ihr visuell und ohne Hilfsmittel den Reifegrad, sie ist handlich, portabel, leicht zu öffnen, leicht zu konsumieren – ihr braucht weder Werkzeug noch Besteck. Eine Banane ist schnell verfügbar und durch ihre Bestandteile wie die Aminosäure Tryptophan und das Vitamin B6 wirkt sich ihr Genuss auf den Melatonin- und Serotonin-Haushalt aus. Man könnte also sagen, dass Bananen glücklich machen können.

Sicher habt ihr schon selber erkannt, wo hier die Gemeinsamkeiten liegen. UX-Design befasst sich damit, die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine so komfortabel und angenehm wie möglich zu machen. Das gelingt, indem UX-Designer Schnittstellen entwickeln, die in sich geschlossen, logisch, einfach und ohne unnötige Brüche funktionieren. Wenn es Spaß macht, eine App oder eine Webseite zu benutzen, dann hat der UX-Designer seinen Job gut gemacht.

Wenn der Nutzer hingegen über Kerne stolpert oder sich beim Konsum die Finger schmutzig macht, dann ist die perfekte UX einer Banane nicht erreicht.


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