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Das Agile Manifest: Basis agiler Software-Entwicklung

Das Agile Manifest: Basis agiler Software-Entwicklung

Es war einmal im Jahr 2001, nicht im Weltraum und nicht wegen eines Monolithen, sondern in Snowbird, Utah, USA. Dort trafen sich Kent Beck und 16 weitere, dem Autor verbundene, namhafte Smalltalk-Entwickler zum Skifahren – mit weitreichenden Folgen.

Etwa 15 Jahre davor, 1986, begann die Blütezeit jener heißgeliebten und doch vergessenen, rein objektorientierten Programmiersprache. Smalltalk, entwickelt ab 1970 am Xerox PARC von Alan Kay, Adele Goldberg und anderen, war mehr. Es war Ideengeber für zahlreiche, graphische Benutzeroberflächen, etablierte das wegweisende Model-View-Controller Konzept und fast alle Features, die heute aus modernen Programmiersprachen nicht mehr wegzudenken sind.

Vor allem aber war Smalltalk DIE Plattform für ein neues Vorgehensmodell, die inkrementelle, schlanke und zyklische Softwareentwicklung und „Test Driven Xtreme Programming (XP)".

 Bleibt die Klärung der Frage, warum sich die 17 Smalltalker zum Skifahren verabredeten.

Dazu müssen wir noch weiter zurück, in die 60er Jahre. Damals führte der beginnende, breite Einsatz der ICs zu einer wahren Leistungsexplosion bei der Computerhardware. Hiervon ermutigt wagte man sich „hemdsärmelig" und mit großen Teams an umfangreiche Softwaresysteme. Die Folgen sind bekannt.

Die Softwarekrise und die Antwort der Nato 1968 auf einer Konferenz in Garmisch-Partenkirchen: Software-Engineering. Man wollte von den etablierten Ingenieursdisziplinen lernen. Es entstanden die streng phasenorientierten Vorgehensmodelle und in der Folge immer schwerfälligere, starre Entwicklungsprozesse. Die Anzahl der Zwischen-Artefakte nahm ständig zu, die Produktion lauffähiger Software und die Kundenzufriedenheit sanken.

Dem wollten die 17 Smalltalker entgegentreten. Sie kannten aus ihrer Erfahrung Besseres, einen schlanken („lean"), zielorientierten Prozess, der die beteiligten Menschen und ihre Interaktionen in den Mittelpunkt rückt, auf vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Kunden basiert und Veränderung als Chance begreift. - Trotz durchaus unterschiedlicher Ansichten einigten sich die 17 auf 4 Grundwerte und 12 Prinzipien. Das „lean" gefiel nicht allen, „agile" lautete der Kompromiss.

Das war die Geburtsstunde des „Manifests für agile Softwareentwicklung", dessen Werte auch auf andere Domänen übertragbar sind. - Neue Konzepte und Modelle im Kontext der agilen Softwareentwicklung müssen der Prüfung gegen die 4 + 12 standhalten.

Kontinuierliche Arbeit an unserem Mindset

Wir richten unser Handeln stringent an den vier Werten des agilen Manifests sowie den zwölf Agilen Prinzipien aus. Häufig wird Agilität einzig und allein mit der SCRUM Methode gleichgesetzt. Allerdings setzte Agilität im Jahr 2001 woanders an, nämlich an der Wurzel: dem Mindset – das Veränderung begünstigt und Eigeninitiative voraussetzt.

Zielorientiertes Handeln ist unser oberstes Gebot. Die vier Werte und zwölf Prinzipien flankieren unser Handeln und fördern eine agile Arbeitsweise. So gelangen wir in all unseren Projekten schnell und effizient zu Ergebnissen.

Autor: Alfred Peisl

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