Virtuelles Teambuilding – der Weg zum Team
Virtuelles Teambuilding – der Weg zum Team
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Virtuelles Teambuilding – der Weg zum Team

Im Homeoffice kann die Verbundenheit im Team verloren gehen und nur schwer aufgebaut werden. Virtuelles Teambuilding unterstützt effektiv das Kennenzulernen und eine Teamentwicklung mit gemeinsamen Werten. Worauf Sie dabei achten sollten.
#Agile

Vor der Corona-Krise arbeiteten vier Prozent der Beschäftigten ausschließlich von zuhause, mitten in der Krise sind es laut aktueller Studie „Homeoffice: Potenziale und Nutzung“ des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts über 27 Prozent. Anderen Erhebungen zufolge sind sogar fast die Hälfte aller Berufstätigen komplett oder teilweise im Homeoffice.

 

Welche Effekte hat Homeoffice auf die Teamarbeit?

 

Die Verbundenheit der Teams kann verloren gehen bzw. nicht richtig aufgebaut werden. Soziale Bindungen gehen zurück. Teamzusammenhalt sollte daher aktiv gestärkt und aufgebaut werden.

 

Aber wie lassen sich neue Teams virtuell aufbauen?

 

Die Phasen der Teamentwicklung nach sind kein linearer Verlauf. Das heißt: Zu Beginn einmalig detaillierte Regeln für Kommunikation und Prozess aufzusetzen, wird nicht zielführend sein. Denn das, was ein Team braucht, zeigt sich erst in der so genannten „Storming Phase“.

 

Wenn also nach dem „Team Forming“ der Anspruch besteht, alle Regeln, Meetings, Kommunikationswege, Prozesse etc. aufzustellen, dann ist das ein immenser Aufwand, der höchst wahrscheinlich in der nächsten Phase wiederholt werden darf. Das hängt damit zusammen, dass das Team noch keine Chance hatte, herauszufinden, was es wirklich braucht. Und damit kann kein „echtes“ Commitment zu den Regeln entstehen.

 

Orientierung in der „Forming Phase“

 

Besser ist es, das neue Team in der „Forming Phase“ Orientierung zu geben. Es geht darum, sich kennenzulernen und das „Warum bin ich hier“ zu ergründen. Für den ersten Kick-off empfehlen wir daher: Weniger ist mehr. Das Team muss die Vision verstehen können, was es als Team leisten soll.

 

Damit sich jeder damit auseinandersetzen kann, sollte genug Zeit für Fragen eingeplant werden. Denn wie wir wissen: Motivierte Mitarbeiter sind die, die sich mit ihrer Arbeit identifizieren können. Deshalb sollte das Team auch an der Vision partizipieren und mitwirken können.

 

Wenn sich Einzelne nicht damit identifizieren können, der Rest des Teams aber dahintersteht, kann das Team auch gewechselt werden. Die größtmögliche Freiheit des Einzelnen ermöglicht ein WIR-Gefühl und letztlich ein Team, das sehr gut miteinander harmoniert. Ein weiterer Punkt der erfolgreichen Teamarbeit ist laut aktueller Google-Studie die psychologische Sicherheit des Einzelnen.

 

Dies sind die fünf wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Teamarbeit – laut Google Project Oxygen Research

 

Der erste Schritt hin zu psychologischer Sicherheit des Einzelnen ist das Kennenlernen. Dafür gibt es eine Reihe an Spielen, die auch virtuell durchgeführt werden können. Beispielsweise sind „Entweder…oder“ Spiele gut geeignet, um auf den ersten Blick Gemeinsamkeiten oder Unterschiede im Team sichtbar zu machen: Tee oder Kaffee? Meer oder Berge?

 

Hier geht es nicht unbedingt um die „Extreme“, sondern um die kurzen Diskussionen, die helfen, einander kennenzulernen.

 

Auch die klassische Vorstellungsrunde sollte nicht fehlen, wir empfehlen aber auch hier etwas Spaß hineinzubringen: Es hilft neben den üblichen Fragen auch ein bis zwei unübliche Fragen zu beantworten, wie etwa „Was ist deine Superpower?“ oder „Was darf im Büro oder Urlaub auf keinen Fall fehlen?“.

 

Dies gibt mehr Aufschluss über eine Person als ihr Geburtsort. Wer mehr Nähe und Verbundenheit schaffen möchte, erzählt nicht nur von seinen beruflichen Stationen, sondern auch, was ihn privat bewegt.

 

Große Teams kommen idealerweise in Gruppen von weniger als zehn Personen virtuell zusammen, um sich kennenzulernen. Dafür können Sie Breakout-Sessions nutzen.

 

Netzwerk-Tools wie etwa Wonder.me bieten diese Option kostenfrei an.

 

Nach dem ersten Kennenlernen und dem Entdecken der Gemeinsamkeiten geht bereits die Teamarbeit los. Daraus ergeben sich mit Sicherheit einige Dinge, die noch nicht ganz rund laufen. Ein idealer Ansatz für empirisches Arbeiten! Wir empfehlen im nächsten Schritt gemeinsame Werte zu definieren – der Einstieg in die „Norming Phase“.

 

Werte manifestieren sich im Denken und Tun, weshalb sich darauf aufbauend Regeln ableiten lassen. Beides mündet wieder in Motivation und Commitment. Allerdings erfordert es auch Mut und Vertrauen darüber zu sprechen.

 

Gemeinsame Werte definieren – wie klappt dies virtuell?

 

Zunächst wird eine Liste von Werten benötigt – hier kann man sich etwa an der Enzyklopädie der Wertvorstellungen orientieren.

 

Bei der Auswahl der Werte ist es wichtig, dass sie konstruktiv formuliert sind. Sie können auch eine Vorauswahl treffen, bei denen ähnliche Werte zusammengefasst werden. Alle Werte können aufgelistet und gevoted werden. Die Werte mit den meisten Votes werden dann geclustert und ggf. noch einmal gevoted. Dabei darf das Team diskutieren. Die finalen Wertecluster bekommen dann einen Überbegriff. Alternativ können auch Vorbefragungen helfen.

 

Auch ein Werte-Test mit Paar-Vergleich kann eine Vorauswahl ermöglichen.

 

Wir empfehlen hier kostenfreie Web-Angebote wie den Ein guter Plan „Werte-Test“.

 

Möchte man aus den Werten Regeln ableiten, kann man dies im nächsten Schritt tun. Fragen Sie dazu offen im Team: Was ist Ihnen wichtig? Retrospektiven eignen sich auch hervorragend, um die Liste zu erweitern. Auch dabei ist wichtig zu erfragen, ob alle im Team die Regeln akzeptieren und mittragen können. Möglichkeiten der digitalen Zustimmung sind der „Daumen hoch“ Button oder Unterschriften mit Initialen.

 

Probieren Sie etwas aus und passen Sie es an, wenn es nicht funktioniert. Das gilt auch für die Meetings, Tools und Prozesse. Dafür sollten Sie Möglichkeiten zum kontinuierlichen „Inspect and Adapt“ schaffen, wie beispielsweise Team Retrospektiven.

 

Generell gilt: je höher die Partizipation, umso höher die Motivation – und umso erfolgreicher das Team!

 

Schaffen Sie darüber hinaus auch Möglichkeiten zum virtuellen, regelmäßigen Austausch wie fachliche Austauschrunden (z. B. für spezielle Rollen), Zugang zu Communities, virtuelle Mittagspausen, Brown Bag Sessions oder gar „Silent Working“-Angebote, bei denen die Kamera und der Ton auch außerhalb von Meetings anbleiben können.

 

Spielideen kostenfrei und -pflichtig

 

Aus unserer Erfahrung geben wir Ihnen gerne ein paar bewährte Spielideen an die Hand, welche das Teambuilding und Kennenlernen fördern.

  • MacGyver
  • Entweder…oder
  • Die Werwölfe von Düsterwald
  • Among Us
  • Foto-Quiz z. B. Wessen Büro ist das?
  • „Wer hat’s gesagt?“ Onlinequiz
  • Virtuelle Schnitzeljagd im Internet
  • Activity
  • Wer bin ich?
  • Zehn Gemeinsamkeiten in zehn Minuten
  • Tastings
  • Escape Room Games
  • Krimi-Games
  • Drum Sessions – gemeinsam bauen und spielen
  • Begleitetes Online-Quiz

Erfahren Sie mehr über virtuelles Teambuilding in Unternehmen.

Unser Experten-Team berät Sie gerne.

Michael Henninger, Leitung Kompetenzfeld Agil
Michael Henninger
Leitung Kompetenzfeld Agil