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Innovationsmanagement in der Mobility-Branche – wie aus Ideen erfolgreiche IT-Lösungen entstehen
Innovationsmanagement in der Mobility-Branche – wie aus Ideen erfolgreiche IT-Lösungen entstehen
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Innovationsmanagement in der Mobility-Branche – wie aus Ideen erfolgreiche IT-Lösungen entstehen

Ein bewährtes Innovationsmanagement ist gerade für Unternehmen essentiell, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Best Practice stellen wir Ihnen unseren ineinandergreifenden, individuell gestalteten Prozess vor.
#Design Thinking
#Innovation Management
#Mobility

Vor über 100 Jahren stellte Henry Ford mit der Standardisierung von Produktionsprozessen das produzierende Gewerbe auf den Kopf. Automobile ließen sich durch diese Prozessinnovation fortan effizienter und günstiger produzieren. Sie wurden für die breite Bevölkerung erschwinglich.

 

Heute befindet sich die Branche erneut in einem Transformationsprozess, gesteuert von Megatrends wie Urbanisierung, Klimawandel und Digitalisierung. Produktinnovationen im Bereich der Antriebstechnologien, wie der Elektro- oder Wasserstoffantrieb, etablieren sich zunehmend im Markt und läuten das post-fossile Zeitalter ein.

Neue Geschäftsmodel-Innovationen auf dem Vormarsch

Neue Mobilitätslösungen sind gefragt, die die individuelle Mobilität effizienter gestalten – ohne sie einzuschränken. Nutzerzentrierte Ansätze bedienen heute den Mobilitätsbedarf des Einzelnen. Geschäftsmodel-Innovationen in Form von Abo- und Pay-per-Use-Modellen sind auf dem Vormarsch, die das Fahrzeug über eine mobile Plattform bereitstellen.

 

Der Markt zeigt eine nie dagewesene Dynamik, die alle Stakeholder fordert, in kürzeren Zyklen neue Ideen zu generieren. Die systematische Planung, Steuerung und Kontrolle von Innovationen in Unternehmen ist essentiell, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Was macht man im Innovationsmanagement?

Das Innovationsmanagement widmet sich genau diesen Aufgaben: Es umfasst neben der Entwicklung von Ideen auch deren Verwertung beziehungsweise Umsetzung in wirtschaftlich erfolgreiche Produkte, Dienstleistungen, (Herstellungs-)Prozesse und Organisationsstrukturen. Während Produktinnovationen zumeist darauf abzielen, Kundenbedürfnisse besser zu befriedigen, sind Prozessinnovationen vielmehr auf eine Verbesserung der Effektivität und Effizienz betriebsinterner Verfahren ausgerichtet.

Das Automobil und die Digitalisierung

Die zunehmende Digitalisierung führt zu immer kürzeren Lebenszyklen für Produkte und Dienstleistungen. Das Innovationsmanagement und die damit verbundene Ideengenerierung sind von zentraler Bedeutung, um einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Die Lebenszyklen der Fahrzeuge werden durch Software-Updates ergänzt, um neue innovative, digitale Features einzuspielen.

 

Tesla hat vorgemacht, wie  ein so „verlängerter“ Lebenszyklus nachhaltige Begehrlichkeit weckt. Neben der Kundenbindung eröffnet dies auch weitere monetäre Einnahmemöglichkeiten: Neue digitale Vertriebswege entstehen und die Customer Touchpoints werden kontinuierlich ausgebaut.

Neues Denken - Verbreitung von Shared Economy im B2B und B2A Umfeld

Digitalisierung führt auch dazu, dass nicht nur Fahrzeuge mit einer mobilen Applikation vernetzt werden, sondern auch Verkehrsteilnehmer untereinander in Echtzeit kommunizieren. Folglich vereinen sich verschiedene Fachdisziplinen – von der Stadtplanung bis zur IT-Architektur – mit dem Ziel, Mobilität ganzheitlich zu betrachten. Dies bedeutet auch neues Denken in Bezug auf Kollaborationen und den Wissensaustausch.

 

„Shared Economy“ bekommt hierdurch eine völlig neue Bedeutung und lässt sich zunehmend auch im B2B und B2A Umfeld beobachten. Sharing kann in vielen Dimensionen neu gedacht werden – zeitlich, räumlich und grenzüberschreitend.

Modelle weiterentwickeln, neue Ideen generieren und bewerten - im interdisziplinären Team

Das Innovationsmanagement, die Trendanalyse sowie das Verständnis der kontinuierlichen Veränderung von Kundenbedürfnissen sind elementar, um bestehende Modelle weiterzuentwickeln – und neue Ideen zu generieren und zu bewerten.

 

Sulzer hat diese Entwicklung bereits früh erkannt und ein interdisziplinäres Team aufgebaut, das neben verschiedenen Fachkompetenzen und Denkmustern, einem ganzheitlichen Verständnis von Trends über ein breites methodisches Wissen sowie bewährte Erfahrung in der Anwendung von Kreativmethoden verfügt. Das Team unterstützt mit seinem Know-how maßgeblich die Entwicklung innovativer Ideen.

 

Über entsprechende Kompetenzfelder wird intern als auch mit Partnern und Kunden ein kontinuierlicher Austausch gefördert. So bringen wir unsere umfassende Expertise in der Digitalisierung unterschiedlichster Geschäftsprozesse und -modelle, insbesondere im Automotive- und Mobilitätssektor, bestmöglich ein.

Innovationsmanagement bei Sulzer: ein ineinandergreifender, individuell gestalteter Prozess

 Innovationsmanagement bei Sulzer - ein ineinandergreifende, individueller Prozess

 

Der Kernprozess unterteilt sich in sechs Schritte:

 

  • Trendanalyse: Identifizieren der wichtigsten Trends- und Treiber, die Einfluss auf das System Mobility haben.
  • Vision: Definition und Ausarbeitung der Kategorie (Prozess, Produkt- oder Geschäftsmodellinnovation, um einen entsprechenden Rahmen zu haben – sowohl methodisch als auch für den Ideenfindungsprozess).
  • Ideengenerierung: Aus der Analyse heraus und durch den Einsatz passender Methoden sollen systematisch Ideen entwickelt werden, die in den zuvor definierten Rahmen passen. Der Fokus liegt auf einer agilen Herangehensweise, die sich besonders im digitalen Umfeld eignet. „Out of the Box“-Thinking ist hier auch möglich.
  • Strategie: Aus den vorherigen Schritten werden konkrete Maßnahmen entwickelt, die dann in eine ganzheitliche Strategie münden. Dabei werden konkrete Projekte definiert und eine Roadmap für alle Initiativen und Projekte wird erstellt.
  • Kultur und neue Kollaborationen: Die Analyse von Bedürfnissen, hin zur sogenannten „Social Collaboration“, zwischen verschiedenen Akteuren, sowohl im B2B, B2C oder auch B2A Umfeld. Es entstehen neue Formen der Kollaboration und des Austauschs. Hierfür gilt es oftmals auch, die eigene Unternehmenskultur anzupassen.
  • Ideen testen und umsetzen: In diesem Schritt wird die Machbarkeit der entwickelten Ideen geprüft und evaluiert, ob für die Idee auch eine Marktnachfrage besteht.

 

Basis hierfür ist die IT und die Digitalisierung verschiedener Prozesse sowie die gezielte Förderung digitaler Geschäftsmodelle. Unterstützt wird dies durch ein interdisziplinäres Team, das verschiedene Denkmuster in den Prozess einbringt, um eine holistische Betrachtung zu erhalten. Durch die schnelle Veränderung der Marktanforderungen und die oftmals abrupte Anpassung der Rahmenbedingungen ist Innovationsmanagement elementar.

 

Eingebunden in einen individuellen, agilen Prozess wird so die Ideengenerierung konsequent gefördert und mögliche Innovationen bereits im Prozess getestet. Das Vorgehen ist nicht linear – so besteht immer die Möglichkeit , einen oder mehrere Schritte zurückzugehen, um das bestmögliche Ergebnis zu erhalten.

Sulzer InnovationLab – ein „Raum für Ideen“

Wir haben mit dem Sulzer InnovationLab einen „Raum für Ideen“ geschaffen, um die Mobilität der Zukunft mitzugestalten. Dort ist es möglich, im Team zusammen mit Kunden und Partnern – über Positionen, Abteilungen und Hierarchien hinweg – Ideen zu entwickeln. Offene Räumlichkeiten, eine Toolbox mit Kreativitätstechniken, Beratungsmethoden und erfahrene Facilitatoren fördern das Innovation-Empowerment.

 

Zu den bereits üblichen Kreativmethoden wie Brainstorming, Mindmapping oder dem World Café gesellen sich neuere Innovationsformate wie Design Thinking und der Sulzer Design Sprint. Diese iterierenden Techniken unterstützen die Produkt-, Prozess- und Geschäftsmodellentwicklung sowie das Testen neuer Ideen.

Design Thinking: ein theoretischer Überblick

Die Grundannahme des Design Thinking ist, dass die Innovation aus der Verbindung der Faktoren Mensch (Begehrlichkeit), Technologie (Machbarkeit) und Wirtschaft (Wirtschaftlichkeit) entsteht. Der Design-Thinking Ansatz ist „menschenzentriert“, was sich auch in dem nutzerzentrierten Ansatz neuer Mobilitätslösungen widerspiegelt.

 

Zunächst gilt es, die Zielgruppenbedürfnisse zu beobachten, zu identifizieren und zu verstehen. Daraus gewonnene Erkenntnisse sind der Ausgangspunkt für die eigentliche Ideengenerierung. Durch die frühzeitige Erstellung und Erprobung von Prototypen werden Ideen schnell umgesetzt und evaluiert. Das Wiederholen und flexible Handhaben der verschiedenen Schritte ermöglicht ein immer besseres Verständnis für Probleme und Lösungen.

 

Gedanken und Wissen sollen für alle sichtbar gemacht werden – unter Einsatz von Tools und Hilfsmitteln wie bspw. Mindmaps und Clustering. Facilitatoren helfen, den Prozess möglichst effizient und fließend umzusetzen.

 

 

Unsere Ziele beim Design Thinking:

  • Problemlösung und Entwicklung neuer Ideen
  • Dynamisch und iterativ Innovationspotential nutzen
  • Kunden bzw. Endanwender und deren Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt
  • Prozessschrittfolge – wird je nach Bedarf angepasst

 

 

Unser Vorgehen beim Design Thinking:

 

  • Kommunizieren, beobachten, Informationen sammeln (Interviews), Quellen erschließen, die Informationen zum Projekt und zum Verständnis liefern
  • Informationen zusammenfassen und in ein „Bild“ des Kunden setzen – Persona und Empathy Map erstellen
  • Mit den gewonnenen Erkenntnissen neuartige Lösungsideen generieren
  • Prototypen erstellen und mit Materialien, Rollenspielen und Prozessbildern die Prototypen erlebbar machen
  • Testen, Anpassungen herausfinden und optimieren

Best-Practice Beispiel: Design Thinking mit vielen Mobility-Stakeholdern

Beispielhaft für eine solche Durchführung des Design Thinking Prozesses steht unser Einsatz bei der Optimierung des Bewerbungsprozesses für Zulieferer eines großen Mobility-Stakeholders.

 

Verstehen und beobachten

 

Gemeinsam durchliefen wir die Stufen eines Designprozesses: Angefangen von der Verständnisphase, in der es darum geht, den Endnutzer und seine Bedürfnisse zu verstehen. Im konkreten Fall Dienstleister, die sich bei unserem globalen Mobilitätsunternehmen als Lieferanten bewerben und im nächsten Schritt in die Datenbank aufgenommen werden wollen.

 

Da es bei diesem Prozess allerdings auch um die Handhabung für interne Zwecke ging, also beispielsweise um Dokumente, Zertifikate oder Risikobewertungen, etablierten wir ein Verständnis für den Umgang der Fachbereiche mit dieser Anwendung und den gesamten internen Prozess. Hierzu führten wir über die ersten vier Wochen Interviews mit insgesamt 250 Endanwendern der Datenbank durch, beobachteten ihre Arbeitsweise und ließen uns somit Stolpersteine und Verbesserungspotenzial direkt vor Ort und am Programm zeigen.

 

 

Design Thinking - die Prozessphasen im Detail

Standpunkt definieren und Ideen generieren

 

Um als nächstes den „Standpunkt definieren“ zu können, erstellten wir zunächst – auf Basis der Interviews und der Beobachtungsphase – verschiedenste, sogenannte Personas und Empathy Maps. Beides sind geeignete Methoden, um die Probleme (Pains) und Verbesserungspotenziale (Gains) des Prozesses bzw. der Anwendung aus Sicht des Endanwenders zu betrachten.

 

Eine gute Möglichkeit können auch Customer Journey Maps sein, die besonders bei neuen Mobilitätslösungen zum Einsatz kommen, um die Barrieren und daraus resultierenden zusätzlichen Bedürfnisse ableiten zu können. Diese helfen dabei zu verstehen, was der Endnutzer wann macht, welche Entscheidungen oder Eingaben er treffen muss und wie er zu seinem Endziel gelangt – hier die Aufnahme in die Datenbank.

 

Dieser Perspektivenwechsel ermöglicht in der Folge wiederum eine andere Betrachtungsweise, aus der heraus neue Ideen und Herangehensweisen für die Problemstellung entwickelt werden. In diesem Fall konnten wir aus Sicht der jeweiligen Person argumentieren und uns bestmöglich in den Endanwender hineinversetzen.

  • Wann ist der User XY über den Prozess/die Applikation verärgert?
  • Wann ist er positiv überrascht?
  • Wo würde er Chancen oder Schwächen des Systems sehen?
  • Was würde die Handhabung des Systems vereinfachen?
  • Was würde der User sich zusätzlich wünschen?

Genau diese Fragen werden in der Ideengenerierungs-Phase gestellt, wobei eine korrekte Antwort nicht verlangt wird. Vielmehr wird darauf geachtet, dass möglichst viele Vorschläge Beachtung finden.

 

Prototyp erstellen und testen

 

Nachdem wir für den Lieferanten-Bewerbungsprozess in einem eintägigen Workshop viele Verbesserungsvorschläge, komplett neuartige Ansätze und diverse technische Anpassungswünsche gefunden hatten, ging es in die Realisierungsphase des Projektes, also in die eigentliche Umsetzung. Auf Basis unser bisher gesammelten Vorschläge und Erkenntnisse erstellten wir erste visuelle Darstellungen (Mockups, Benutzeroberflächen, verschiedenste Designs etc.) und testeten diese Prototypen mit den Endnutzern. Im Nachgang und auf Basis des Userfeedbacks drehten wir noch weitere Runden, um auf ein erstes Minimum Viable Product (MVP) zu kommen, das in der Folge verbessert, und schlussendlich umgesetzt und entwickelt wurde.

 

Auf diese Weise wird sichergestellt, dass der letztliche User einer neuen Applikation bzw. eines neuen Produktes mit einbezogen wird, Feedback geben und direkt auf dieses Feedback reagiert werden kann. Durch das (mehrfache) Durchlaufen der einzelnen Zyklen und Schritte und durch das kontinuierliche Feedback kann so lange iteriert werden, bis der Kunde, Endanwender bzw. Nutzer vollauf zufrieden ist. In unserem Best-Practice mit dem neuen, überarbeiteten Bewerbungsprozess für Lieferanten. Eine stetige Verbesserung entsteht somit durch einen sich stetig anpassenden, reflektierenden Prozess.

Mit Vision und Innovationskraft die künftige Mobilität gestalten

Wir sehen uns als Innovationspartner und haben die Veränderungen und Megatrends frühzeitig erkannt. Der Transformationsprozess in der Mobilität hat bereits begonnen und wird durch verschiedene Megatrends beschleunigt. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie sich innerhalb von kürzester Zeit bestehende Strukturen ändern und Unternehmen schnell darauf reagieren müssen. Innovationen und der richtige Zeitpunkt sind hierbei ausschlaggebend. Wir freuen uns gemeinsam mit unseren Partnern und Kunden die Mobilität des 21. Jahrhunderts mitzugestalten.

 

Wie lassen sich die aktuellen Trends in ein nachhaltiges Mobilitätsökosystem transformieren?

 

Innovationen und der richtige Zeitpunkt sind hierbei ausschlaggebend. Mit umfangreicher Software-Expertise und einem Gespür für Megatrends unterstützen wir unsere Kunden dabei, die vielfältigen Fortbewegungsmittel nachhaltig und intuitiv verfügbar zu machen.

 

Erfahren Sie mehr über die Sulzer Solutions im Bereich Mobilität.

 

Autoren:

Richard Leitner, Leitung Mobilität
Julia Münsch, Consulting Automotive & Mobilität
Lea Hauser, Innovation Management

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Richard Leitner, Leitung Geschäftsfeld Mobilität
Richard Leitner
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